Thailands geschichtliche Entwicklung
in einer Zeitleiste von ca. 5000 vor Chr. bis heute

5000 v. Chr. Erste Siedlungen und Felszeichnungen (Phu Phrabat - Udon Thani und Pha Taem - Ubon Ratchatani)
3000 v. Chr. Erste Benutzung von Bronze in Nordthailand
um 100 v. Chr. Die ersten Großstädte werden gegründet (Nakhon Pathom, Ratchaburi und Singburi)
200 - 700 Über Generationen hinweg wandern die Thaivölker aus dem südlichen China ins heutige Thailand ein.
857 Prinz Phrom gründet die Stadt Fang in Nordthailand und dehnt sein Reich bis Zentralthailand aus. Bis dato waren das Khmer Reich aus Kambodscha und die Birmanen die Mächte die in Thailand herrschten und es aufteilten.
900 - 1200 mehrere kleine unabhängige Thai Königreiche bilden sich
1238 Unter König Sri Intarathitya vereint werden die Khmer aus weiten Teilen Thailands vertrieben. Die von den Khmer erbaute Stadt Sukhothai (ca. 500) wird erobert und das erste vereinte Thai- Reich wird gegründet.
1275 - 1298 König Ramkhamhaeng der "Vater von Thailand" sorgt durch weise Politik und Kriegsführung dafür das die sogennante Sukhothai-Ära als Blütezeit in der thailändischen Geschichte angesehen wird. 
1292 das Thai Alphabet wird erschaffen, weitere Thai Fürstentümer gewinnen an Macht. Im Norden das Lan Na Reich
um 1350 König Rama Thibodi von Ayutthaya übernahm fast ohne Blutvergießen das Sukhothai Reich. Beginn der Ayutthaya-Ära
1370 - 1431 Expansionskriege wurden geführt. Die Armeen von Ayutthaya drangen tief in den Osten ein und eroberten schließlich Angkor Wat in Kambodscha und vertrieben das Khmer Königshaus nach Laos. Zur selben Zeit wurde dauerhafter Krieg mit dem benachbarten Thai-Reich Lan Na geführt. Ein Kräftegleichgewicht verhinderte einen Sieg einer der beiden Seiten.
1509 Erster Kontakt zu europäischen Gesandten (Portugal)
1516 Erste Handelsniederlassungen (Portugal), gleichzeitig Kriege mit dem Burmesischen Reich.
1523 Die Birmanen besetzen das geschwächte Lan Na Reich
1565 - 1569 Das Burmesische Reich drängt die Thais immer weiter zurück, bis 1569 schließlich Ayutthaya fällt und niedergebrannt wird.
ab 1573 Prinz Naresuan führt einen Guerillakrieg gegen Burma und schafft es durch geschickte Kriegsführung mit wenigen Ressourcen die Birmanen aus Ayutthaya zu vertreiben.
1594 Bei Nong Sarai wurde die Burmesische Armee vernichtend geschlagen. Das Reich, wie es 1516 war, bestand wieder.
1598 Vertrag mit König Philipp II. und weiterer Ausbau der Handelsbeziehungen zu Portugal und Spanien
1610 – 1630 Kontakt zu König Jakob I, von England
1630 Prinz Prasat Thong übernahm die Macht gewaltsam und regierte 27 Jahre lang mit grausamer Hand. Streitigkeiten mit den Provinzfürsten wurden gewalttätig gelöst und selbst die meisten Mitglieder seiner Familie ließ er hinrichten.
1657–1688  König Narai, der Sohn von Prasat Thong besteigt den Thron. Erste Spannungen mit den europäischen Mächten.
1662 französische Missionare kommen nach Thailand
1675 Constantine Phaulkon (Konstantin Faulcon), ein griechischer Abenteurer, kam nach Siam. Er stieg schnell zum Außenhandelsminister (Kanzler) in Ayutthaya auf.
1680 Gründung der französischen Ostindien-Kompanie
1687 französische Truppen ziehen in Siam ein, um Ihr Hafenfort zu schützen.
1688 König Narai erkrankt und Prinz Phetracha (1688–1703) übernimmt den Thron. Er fühlt Siam durch die Anwesenheit der Europäer geschwächt und richtet dementsprechend seine Politik um.
1689 Constantine Phaulkon wird hingerichtet und die französischen Truppen werden vertrieben.
1690 totale Abschottung vor der westlichen Welt.
um 1700 Ayutthaya ist jetzt die Metropole Südostasiens: eine Million Einwohner, 375 Tempel, 94 Stadttore und 29 Festungen zählte das Stadtgebiet.
1760 Burma startet Feldzüge gegen Siam.
1766 - 1767 Ayutthaya wird belagert und schließlich dem Erdboden gleichgemacht. Das ist das Ende der Ayutthaya Ära.
ab 1773 Mit 500 Getreuen konnte der chinesisch-stämmige General Paya Tak (Taksin) der birmanischen Verheerung entgehen. Er sammelte über 5.000 Kämpfer und ließ sich in der neuen Hauptstadt Thonburi nieder.
1776 Eroberung von Chiang Mai
1778 Eroberung von Vientiane, das Khmer Reich wird zum Vasallen
1782 Taksin verfällt immer mehr dem Wahnsinn, so das er durch einen Beschluss hingerichtet wird (In einem Leinensack zu Tode geprügelt, da kein Königliches Blut den Boden berühren darf.) Sein General Phraya Chakri wurde von seinem Feldzug gegen Burma zurückgerufen und bestieg am 6. April 1782 als König Rama Thibodi oder Rama 1 den Thron. Dies war der Beginn der bis heute herrschenden Chakri Dynastie.
1785 Verlegung der Hauptstadt nach Thonburi, gegenüber dem Dorf Krung Thep, dem heutigen Bangkok.
bis 1808 Ausdehnung des Reiches bis nach Malaysia.
1809 Phra Phuttaloetla der Rama 2 besteigt den Thron
1811 Wiederaufnahme der Beziehungen zu Europa.
1817 Portugal errichtete die erste Botschaft in Thailand
1824 Phra Nang Klao der Rama 3 besteigt den Thron
um 1830 Durch weise Politik wurde eine Kolonisierung durch die europäischen Großmächte verhindert. Burma wurde als Feind neutralisiert, da es von Großbritannien einverleibt wurde
1842 Wat Pho, die erste Universität in Thailand wird gegründet
1851 König Mongkut (auch: Phra Chom Klao, Rama 4) besteigt den Thron
bis 1854 Unter seiner Herrschaft wurde eine landesweite gesellschaftliche Reform durchgeführt. Er öffnete sein Land dem Westen. (Berühmter Film: Anna und der König - basierend auf dem Tagebuch der englischen Anna Leonowens, welche am Siamesischen Hof als Lehrerin tätig war.)
1855 Schließung des Siamesisch-Britischen Freundschafts- und Handelsvertrags
1868 Phra Maha Chulalongkorn der Rama 5 besteigt als 15 jähriger den Thron, nachdem sein Vater an Malaria starb.
um 1870 Abschaffung der Sklaverei, Bau der ersten Eisenbahnstrecke in Siam zwischen Bangkok und Ayutthaya.
1897 1. Besuch des König im Deutschen Reich
1902 Abgabe von weiten Teilen Indochinas an Frankreich um der Kolonisierung zu entgehen.
1907 2. Besuch des König im Deutschen Reich
1910 Vajiravudh der Rama 6 besteigt den Thron. als erster Monarch des Landes der eine ausländische Bildung genoss (Oxford). Er führt den Linksverkehr ein und lässt z.B. in Bangkok den Lumpini Park errichten.
1913 Gründung der Chulalongkorn Universität und Reformen im Bildungssektor, z.B. allgemeine Schulpflicht von mindestens 4 Jahren.
1915 Im ersten Weltkrieg kämpfte Siam mit 2000 Soldaten auf Seiten der Entente und erreichte damit einen Sitz im Völkerbund.
1921 Gleichberechtigung von Mann und Frau. Nachnamen werden ausgegeben, bis dato waren nur Vornamen gebräuchlich.
1925 Prajadhipok der Rama 7 besteigt den Thron. Er war ein schwacher Herrscher und hatte mit der Weltwirtschaftkrise zu kämpfen.
1930 wurde die CPT die kommunistische Partei Thailands gegründet, die jedoch ohne politische Bedeutung blieb.
1932 wurde durch einen gewaltlosen Putsch die konstitutionelle Monarchie eingeführt.
1933 wurde die Thammasat Universität gegründet, die bis heute für Ihr liberales Selbstverständnis ein Symbol für Freiheit und Demokratie ist.
1935 dankte Prajadhipok ab, und sein jüngster Neffe, Ananda Mahidol Rama 8, übernahm im Alter von 9 Jahren den Thron
1938 Putsch von nationalen Militärs
1939 Diktatur unter Feldmarschall Phibun Songkhram und Umbenennung in Thailand (Prathet Thai- Land der Freien)
ab 1940 militärische Aktionen gegen Indochina die an Land und in der Luft gut verliefen, jedoch wurde fast die gesamte Marine Thailands bei Ko Chang vernichtet.
ab 1941 wurde Thailand Verbündeter von Japan, welches ca. 150000 Soldaten in Thailand stationierte.
1942 Kriegserklärung an Großbritannien und die USA.
1944 Nach der Niederlage der Japaner in Südostasien musste Thailand 1.5 Millionen Tonnen Reis als Reparation an Großbritannien zahlen. Feldmarschall Phibun Songkhram wurde zum Rücktritt gezwungen und die Eroberten Gebiete in Indochina zurückgegeben.
1945 wurde Thailand wieder in Siam umbenannt und wurde in die Vereinigten Nationen aufgenommen.
1946 kam König Mahidol unter mysteriösen Umständen ums Leben, sein jüngerer Bruder Bhumibol Adulyadej musste den Thron besteigen.
1948 erneuter Militärputsch
1949 erneute Umbenennung in Thailand
1953 Annäherung an die USA und Entsendung von Truppen nach Korea
1954 Gründung der SEATO (South Asian Treathy Organisation) mit Sitz in Bangkok
1958 Militärputsch seitens Feldmarschalls Sarit Thanarat, Verbot aller Parteien
1964 Guerillakrieg im Isaan (Nordosten Thailands) gegen kommunistische Freischärler
1965 Nutzungsrechte für Militärflugplätze an die USA vergeben
bis 1967 an die 40000 US Soldaten befinden sich im Land
1968 Verfassungsreform und Parteierlaubniss
1969 Freie Wahlen mit Sieg der Demokraten
1971 Militärputsch durch Marschall Kittikachorn
1974 Wiederzulassung von Parteien und Wahlen Prinz Kukrit Pramoj wird Premierminister
1975 Beendung der diplomatischen Beziehungen zu kommunistischen Staaten
1977 Flüchtlingsströme aus dem ehemaligen Indochina zwingen Thailand dazu im Nordosten Lager zu errichten um der Einwanderung Herr zu werden.
1978 Guerillakrieg im Norden gegen die Armeen der Drogenbarone und im Süden gegen militante moslemische Gruppen
1980 General Prem Tinsulanonda wird als Premierminister gewählt
1988 Chatichai Choonhavan wird Premierminister. Die Politik des Kalten Krieges wird eingestellt.
1989 Militärputsch durch die Generäle Sunthorn Kongsompong und Suchinda Kraprayoon
1991 Anand Panyarachun wird zum Übergangspremierminister ernannt
1992 Suchinda Kraprayoon wird vom Parlament zum Premierminister von Thailand gewählt, obwohl er kein gewählter Abgeordneter war. Massive Demonstrationen waren die Folge. Die Ausschreitungen endeten mit dem "Black May" wo die Demonstrationen von den Militärs gewaltsam beendet wurden. Mehrere Hundert Demonstranten wurden auf offener Straße erschossen. Der König griff ein und zwang Suchinda Kraprayoon zum Rücktritt und schickte Ihn ins Exil. Meechai Ruchuphan wurde zum Übergangspremierminister ernannt. Nach einem erfolgreichen Wahlsieg der Demokratischen Partei Thailands wurde am 23. September 1992 Chuan Leekpai Premierminister von Thailand.
1995 Banharn Silpa-Archa löst Chuan Leekpai ab
1996 Banharn Silpa-Archa tritt aufgrund von Korruptionsvorwürfen zurück. Sein Nachfolger wird General Chavalit Yongchaiyudh.
1997 Chuan Leekpai wird wieder Premierminister
2001 Thaksin Shinawatra geht aus den Wahlen als neuer Premierminister hervor.
2006 Proteste gegen Thaksin Shinawatra, gegen seinen autoritären Führungsstil und angeblicher Korruption. Im Mai entschied der oberste Gerichtshof das die durchgeführten Wahlen ungültig seien. Neuwahlen wurden für Oktober angesetzt. Einen Monat vorher putschte das Militär unter General Sonthi Boonyaratkalin. König Bhumibol sicherte den Putschisten am 20. September seine Unterstützung zu. Am 1. Oktober wurde Surayud Chulanont als Premierminister bestätigt.